Sonntag, 2. Dezember 2018
Mache dich auf und werde Licht!
Mache dich auf und werde Licht!
Mach was, denn sonst geht es nicht!

Mache dich auf und werde Licht!
Ja, du bist gemeint, hörst du nicht?
Ob nicht ein anderer helfen kann?
Nein, jetzt nicht mehr, du bist jetzt dran.

Mache dich auf und werde Licht!
Warte nicht bis zum „Jüngsten Gericht“!
Mache dich auf, fang endlich an!
Wer sich nicht aufmacht, kommt auch nicht an.

Mache dich auf und werde Licht!
Einfach nur starten reicht nämlich nicht.
Du musst was bringen, streng dich mal an,
dass man Ergebnisse sehen kann!

Mache dich auf und werde Licht!
Werden musst du, du bist noch nicht.
Das Leuchten kommt nicht von allein, diese Glut
braucht Phantasie, Liebe, Willen und Mut.

Mache dich auf und werde Licht!
Denn ohne dein Strahlen geht es ja nicht.
Brenne und leuchte für das in der Welt,
was gut ist und heilsam, für alles, was zählt!

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Samstag, 24. November 2018
Ewigkeitssonntag - Totensonntag
Am Ewigkeitssonntag - meist bekannter als Totensonntag - werden die Namen all jener in einer evangelischen Kirchengemeinde vorgelesen, die seit dem letzten Ewigkeitssonntag verstorben sind. In der Regel suchen die Angehörigen diesen besonderen Gottesdienst auf. Abschied genommen haben sie schon, aber erfahrungsgemäß braucht es mindestens ein Jahr, um die Trauer zu bewältigen.
Promis sind natürlich auch wie in jedem Jahr gestorben:

Charles Aznavour
Christine Nöstlinger
Wolfgang Völz
Aretha Franklin
Jochen Senf
Ulrich Pleitgen
Rolf Zacher
Kofi Annan
Milos Forman
Stephen Hawking
Maria Gruber
Rolf Hoppe
...
um nur Einige zu nennen, die nicht mehr da sind - oder die voraus gegangen sind. Über diese Menschen wird vieles gesagt werden, Kluges und Schönes, auf ihren Trauerfeiern werden viele Abschied nehmen.

Schon einmal Gedanken über die eigene Beerdigung gemacht? Oder ist Euch egal, was da geschieht, weil Ihr es ja nicht mehr mitbekommt?

Im 90. Psalm steht der Satz: "Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

In meiner italienischen Bibel steht an dieser Stelle: "Insegnaci valutare i nostri giorni e cosi potremo offrire un cuore sapiente."

Das heißt übersetzt:
"Lehre uns unsere Tage zu schätzen und so werden wir fähig sein, ein weises Herz anzubieten."

Ich mag diesen Text lieber als den von Luther. Die Betonung liegt hier nicht auf dem Ende sondern auf dem Hier und Jetzt. Schätzen heißt nicht nur abschätzen, wie lange noch, wie begrenzt die Zeit ist, sondern auch wertschätzen, valuta bedeutet nämlich Währung, valore bedeutet Wert.

Wir können viel darüber nachdenken, auf welche Art wir sterben, wie unser Abschied gestaltet sein soll und wo die Reise dann hingeht, aber nichts davon haben wir wirklich in der Hand.

Doch diesen Tag, diese Stunde, diesen Moment können wir entscheiden, was wir tun und lassen. Wir sollten die Zeit nutzen, genießen und es gut machen. Wer weiß, wie lange noch.

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Sonntag, 18. November 2018
Lauwarm
15 „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!
16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
17 Du sprichst: ich bin reich und habe genug und brauche nichts! Und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.

20 Siehe ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“
Aus dem heutigen Predigttext: Offenbarung des Johannes 3, 14-22

Der Johannes scheißt mir voll vor den Koffer, genauso fühlt sich das für mich an, also symbolisch, nicht wörtlich.

Ja, ich bin lauwarm. Nicht so richtig voll daneben, aber auch nicht so richtig richtig, eben so halb kalt, halb warm, nicht Fisch nicht Fleisch. Und für alles habe ich eine Ausrede.

Mein Zweitname lautet Inkonsequenz:
Hin und wieder ein nachhaltiges Kleidungsstück, nie bei Kik, Zara oder H&M kaufen, aber wo man es nicht so genau weiß, na ja, man braucht das gerade und ach, erst beim Ökoversand bestellen, ist ja auch nicht umweltfreundlich, immer diese Pakete und teuer ist es ja auch....

Immer gerne Bio-Lebensmittel, aber hm, die konventionellen Tomaten sehen doch besser aus und Biohackfleisch gibt es gerade nur halb und halb und jetzt extra die ach Kilometer zum Hofladen, am besten noch mit dem Fahrrad, das kostet zu viel Zeit.

Wenn's gerade passt, mal einen Fuffi für die Kinderhilfe in Afghanistan abdrücken, aber wenn der Herr Schizophrenist -
https://createurbadminton.blogger.de/?day=20181112
- auf das Elend der Kinder im Jemen hinweist, nur denken, ja, könnte ich auch mal spenden. Und dann gehe ich wieder meinen Alltagsgeschäften nach und haue das Geld raus für teure Lebensmittel, die dann womöglich doch nicht gegessen werden.

Ich könnte endlos so weiter machen. Ich weiß genau, was richtig und was falsch ist, ich habe durchaus die Chance das Richtige zu tun, aber ich tue es nicht, meistens aus Bequemlichkeit.

Äußerlich geht es mir gut, da stimmt einfach alles, sicherer Job, gutes Einkommen, gesunde Familie, schönes Zuhause, angenehmes Umfeld... aber innerlich bin ich auch arm, blind und bloß. Meine Unzulänglichkeiten schiebe ich auf meine mangelnde Energie, aber vielleicht fehlt mir die Energie wegen meiner Unzulänglichkeiten. Weil ich täglich gegen meine Überzeugung handle und mich dafür so sehr schäme, dass es mich lähmt. Ja vielleicht, denke ich, und dreh mich um, was kommt denn im Fernsehen? Noch ein Stück Schokolade, einen Schluck Rotwein, das Leben ist so kurz.
Die Stimme höre ich wohl, aber warum schaffe ich es nicht, die Tür aufzumachen? Ich bin ratlos.

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