Samstag, 13. Juni 2020
Abschaffung des Privateigentums
Am kommenden Sonntag geht es im Predigttext um die Gütergemeinschaft der ersten Christen.
Ein deutliches Plädoyer gegen das Privateigentum.
Der Text ist nicht zu vereinbaren mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.
Wer es einmal nachlesen möchte:

https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte4%2C32-37

Ein bisschen erinnert mich der Bericht aber auch an verbrecherische Sekten, die ihren Jüngern den letzten Cent aus der Tasche ziehen, damit die Gurus alles in Edelvillen und teure Autos umsetzen oder bei Sexpartys verjubeln können.
Ich gehe nicht davon aus, dass die Apostel so drauf waren, aber dieses eindrucksvolle Kapitel der Menschheitsgeschichte, wurde schon mehrfach missbraucht, um naiven Heilsuchenden ihren existenzsichernden letzten Heller abzuschwatzen.

Sich all seines Besitzes zu entäußern, ist radikal und wird ja auch heute durchaus wieder gelebt, in modernen Versionen, bei denen nur noch gemietet oder geleast wird. Hier geht es aber mehr darum, sich vom Ballast zu befreien und nicht so sehr darum, die Versorgung aller zu gewährleisten.

Letzteres gelingt nur, wenn alle an einem Strang ziehen: Wenn politische Entscheidungen für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen. Wenn aber auch Einzelne bereit sind, so zu leben, dass diese politischen Entscheidungen auch als umsetzbar gelten.

Im Moment reden sich alle raus. Die Politik sagt: „Das ist nicht durchsetzbar, die Bevölkerung wird sich dagegen stellen“ (Als wenn dem Votum der Bevölkerung immer so viel Bedeutung eingeräumt würde. Überall, wo viel Geld verdient wird, wird der Widerstand der Mehrheit gern ignoriert.)
Die Einzelnen sagen: „Wenn ich jetzt mein Verhalten ändere, bringt das gar nichts. Die Mehrheit macht sowieso nicht mit. Es müssten politische Entscheidungen her.“

Anfangen, Leute, anfangen! Egal wo Ihr gerade seid. Ich auch. Da ist noch viel Luft nach oben.
Gesegneten Sonntag!

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