Samstag, 8. Dezember 2018
Perspektivenwechsel - ein Beitrag aus dem Kalender "der andere Advent"
PERSPEKTIVENWECHSEL
Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!

Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

IRIS MACKE

"Der Andere Advent" wird herausgegeben von dem Verein "Andere Zeiten e.V." einer Initiative in Zusammenarbeit mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Nordkirche

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Sonntag, 2. Dezember 2018
Mache dich auf und werde Licht!
Mache dich auf und werde Licht!
Mach was, denn sonst geht es nicht!

Mache dich auf und werde Licht!
Ja, du bist gemeint, hörst du nicht?
Ob nicht ein anderer helfen kann?
Nein, jetzt nicht mehr, du bist jetzt dran.

Mache dich auf und werde Licht!
Warte nicht bis zum „Jüngsten Gericht“!
Mache dich auf, fang endlich an!
Wer sich nicht aufmacht, kommt auch nicht an.

Mache dich auf und werde Licht!
Einfach nur starten reicht nämlich nicht.
Du musst was bringen, streng dich mal an,
dass man Ergebnisse sehen kann!

Mache dich auf und werde Licht!
Werden musst du, du bist noch nicht.
Das Leuchten kommt nicht von allein, diese Glut
braucht Phantasie, Liebe, Willen und Mut.

Mache dich auf und werde Licht!
Denn ohne dein Strahlen geht es ja nicht.
Brenne und leuchte für das in der Welt,
was gut ist und heilsam, für alles, was zählt!

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Samstag, 24. November 2018
Ewigkeitssonntag - Totensonntag
Am Ewigkeitssonntag - meist bekannter als Totensonntag - werden die Namen all jener in einer evangelischen Kirchengemeinde vorgelesen, die seit dem letzten Ewigkeitssonntag verstorben sind. In der Regel suchen die Angehörigen diesen besonderen Gottesdienst auf. Abschied genommen haben sie schon, aber erfahrungsgemäß braucht es mindestens ein Jahr, um die Trauer zu bewältigen.
Promis sind natürlich auch wie in jedem Jahr gestorben:

Charles Aznavour
Christine Nöstlinger
Wolfgang Völz
Aretha Franklin
Jochen Senf
Ulrich Pleitgen
Rolf Zacher
Kofi Annan
Milos Forman
Stephen Hawking
Maria Gruber
Rolf Hoppe
...
um nur Einige zu nennen, die nicht mehr da sind - oder die voraus gegangen sind. Über diese Menschen wird vieles gesagt werden, Kluges und Schönes, auf ihren Trauerfeiern werden viele Abschied nehmen.

Schon einmal Gedanken über die eigene Beerdigung gemacht? Oder ist Euch egal, was da geschieht, weil Ihr es ja nicht mehr mitbekommt?

Im 90. Psalm steht der Satz: "Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

In meiner italienischen Bibel steht an dieser Stelle: "Insegnaci valutare i nostri giorni e cosi potremo offrire un cuore sapiente."

Das heißt übersetzt:
"Lehre uns unsere Tage zu schätzen und so werden wir fähig sein, ein weises Herz anzubieten."

Ich mag diesen Text lieber als den von Luther. Die Betonung liegt hier nicht auf dem Ende sondern auf dem Hier und Jetzt. Schätzen heißt nicht nur abschätzen, wie lange noch, wie begrenzt die Zeit ist, sondern auch wertschätzen, valuta bedeutet nämlich Währung, valore bedeutet Wert.

Wir können viel darüber nachdenken, auf welche Art wir sterben, wie unser Abschied gestaltet sein soll und wo die Reise dann hingeht, aber nichts davon haben wir wirklich in der Hand.

Doch diesen Tag, diese Stunde, diesen Moment können wir entscheiden, was wir tun und lassen. Wir sollten die Zeit nutzen, genießen und es gut machen. Wer weiß, wie lange noch.

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